💻 RGBtoHDMI-Einbau in Atari 260ST


Martin Döring, zuletzt geändert, 1. Juli 2022

Drei von vier Modifikationen, um meinen Atari 260ST wieder auf die Höhe der Zeit zu bringen, habe ich jetzt angebracht: Der Hauptspeicher wurde mit der Cloudy-Storm ST um 8 MB AltRAM erweitert und vier mal 256 KB TOS sind jetzt flashbar und auswählbar zum Booten, es wurde ein MouSTer installiert, um moderne Funk-Mäuse anschließen zu können.

Dieser letzte Artikel beschreibt nun schließlich den Einbau einer RGBtoHDMI-Erweiterung, um den Atari an jedem modernen TFT-Bildschirm nutzen zu können.

Einzelteile der RGBtoHDMI-Erweiterung mit Shifter-Adapter

Ich habe die RGBtoHDMI Platine und den dazugehörigen Shifter-Adapter im Internet bestellt. Es handelt sich hierbei um offene Hardware, die jeder frei nachbauen kann. Ich kann zwar gut löten, aber an SMD-Technik traue ich mich nicht ran, daher habe ich das diesmal fertig gekauft.

Hardware-Einbau

Der Hardware-Aufbau ist eigentlich ganz einfach: Die RGBtoHDMI-Platine wird auf einen Raspberry Zero oder Zero W gesteckt. Der neuere Zero 2 ist nicht geeignet, da er zwar einen leistungsfähigeren Prozessor hat, die Ansteuerung der GPIO-Pins aber ca. um 30% langsamer ist. Gerade die brauchen wir aber bei diesem Video-Capture-Device – und zwar extrem schnell.

Wichtig ist auch: Der Pi Zero darf keinen Kühlkörper auf den Prozessor geklebt haben, da der im Weg ist.

Sind beide Platinen mit der GPIO-Steckerleiste verbunden, wir das ganze in das bei mir mitgelieferte Gehäuse eingebaut. Ob das im Endeffekt gut ist, weiß ich nicht, da die Abwärme dann noch schlechter entweichen kann. Aber offenbar ist das ok. Der Pi kann ja auch bei Temperaturen bis 70 Grad betrieben werden, ohne Schaden zu nehmen.

Als nächstes bauen wir die Shifter-Adapter-Platine in den Atari ST ein. Der Video-Shifter selber ist hoffentlich gesockelt. Ich gehe beim Herausnehmen von Chips immer so vor, dass ich zunächst einen kleineren flachen Schraubendreher nehme und damit den Chip leicht anhebel. Anschließend nehme ich einen richtig großen Schraubendreher, der fast so breit, wie der Chip ist, und drehe ihn axial, so dass die Pins des Chips gefühlvoll mit Links- und Rechtsdrehung jeweils aus dem Sockel gehebelt werden. Dadurch, dass ich den fetten Schraubendreher so drehe, kann ich ganz kontrolliert die Pins aus dem Sockel hebeln, ohne, dass etwas abrutschen kann.

Bevor wir den Adapter für den Shifter einbauen können, muss der Metallkäfig entweder komplett entfernt werden, also ausgelötet werden, oder am hinteren Ende, wo das Flachbandkabel heraus kommt muss mit einer Blechschere eine ausreichend große Öffnung geschaffen werden. Den Deckel einfach weglassen oder auch entsprechend modifizieren.

Ist der Schifter einmal draußen und das Blech entfernt, können wir den Adapter auf den Sockel stecken. Dabei gibt es zwei Dinge zu beachten: Beim 260ST ist ein kleiner Transistor im Weg, wo die Anschlusssteckerleiste der Platine ist. Er muss vorsichtig etwas weggebogen werden, damit das Flachbandkabel später eingesteckt werden kann.

Nun können wir den Adapter einstecken. Dabei darauf achten, dass der Adapter gleichzeitig links und rechts mit den Pins in den Sockel gleitet. Anschließend muss der Shifter wieder obenauf gesteckt werden. Auch hier vorsichtig sein, dass keine Beinchen abknicken.

Vom Shifter-Adapter werden drei Kabel herausgeführt, in meinen Bildern mit folgenden Farben: Dies sind HSync (schwarz), VSync (braun) und Blank (weiß). Die ersten beiden müssen, wie unten dargestellt, an den Anschluss des Modulators angelötet werden, egal, ob ein Modulator tatsächlich verbaut ist oder nicht. Im Bild sind die Modulator-Anschlüsse von links nach rechts durchnummeriert.